Make-up bei Rosacea

Frau Muetze

Wer unter Rosacea leidet, würde sich wohl oft am liebsten verstecken. Als Visagist können Sie die für viele unangenehmen roten Flecken und Pusteln kaschieren – und so dazu beitragen, dass sich Betroffene wohler fühlen.

Haut-Irritationen treten immer häufiger auf – insbesondere Rosacea. Sie stellen nicht nur die Kosmetikerin, sondern auch uns Visagisten vor eine besondere Aufgabe – aber keine unlösbare, wenn man ein paar Regeln beachtet. Zunächst ist zu sagen: Rosacea ist eine entzündliche Hauterkrankung mit unterschiedlichsten Erscheinungsbildern. Die typische Form zeigt sich durch erweiterte Äderchen im Gesicht – je nach Stadium mal leichter, mal stärker ausgeprägt.

Maßnahmen bei Rosacea

Laut Medizinern sind in Deutschland etwa vier Millionen Menschen an Rosacea erkrankt. Sie betrifft Frauen häufiger als Männer und tritt bevorzugt im Erwachsenenalter auf. Allerdings sind die Symptome bei Männern deutlicher, was sich etwa durch die typische „Knollennase“ zeigt. Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass die Anlage zu Rosacea vererbbar ist und helle Hauttypen eher betroffen sind als dunkle.

Einfache erweiterte Äderchen stellen zwar ein lästiges, aber durchaus kosmetisch behandelbares Problem dar. Die Kosmetikerin sollte bei der Behandlung einige Punkte beachten. So ist Rosacea nicht mit Akne zu verwechseln. Die Entstehung von Rosacea ist nicht endgültig geklärt – mehrere Faktoren bzw. „Trigger“ können eine Rolle spielen. So können Sonnenlicht, Kälte oder starke Hitze Auslöser sein. Sogar durch bestimmte Haarmilben oder Bakterien, die die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen, kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen! Ebenso kann eine langzeitige Einnahme von Kortison-Präparaten die Haut anfälliger für Rosacea machen. Betroffene Kunden sollten deshalb auf folgende Maßnahmen hingewiesen werden:

  • Sonnenlicht reduziert/dosiert genießen
  • Extreme Temperaturen (heiß/kalt) meiden
  • Scharfe Gewürze oder Speisen reduzieren oder ganz meiden
  • Alkohol nur in geringsten Mengen konsumieren
  • Gefäßerweiternde Mittel/Medikamente meiden.

Um hinter den jeweiligen Auslöser der Hautkrankheit zu kommen, schlägt der Dermatologe Dr. Thomas Jansen das Führen eines Tagebuchs vor, damit Essgewohnheiten und damit verbundene Hautreaktionen ausfindig gemacht werden. Als Lektüre empfehle ich das Buch von Dr. med. Anne Fleck, die aufzeigt, wie sich Entzündungsvorgänge durch gesundes Essen kurieren lassen.

Ruhe schaffen beim Make-up

Nachdem durch oben genannte Maßnahmen geeignete Mittel gefunden sind, die Rosacea in Schach zu halten (heilbar ist sie nicht), bleiben uns optische Kniffe, selbst diese unruhige Haut gut aussehen zu lassen.

Ich empfehle für ein ansehnliches und haltbares Make-up eine klare, simple Vorgehensweise:

  • Sorgen Sie für ein ruhiges, ebenmäßiges Hautbild
  • Falls notwendig, durch Contouring gute Proportionen schaffen
  • Bei allen dekorativen Partien (Braue, Augen, Mund) darf eine gewisse Klarheit der Farben angewandt werden. Denn der stärkere Kontext wirkt in der Regel nachhaltig stabil.

Weil die Rosacea-Haut immer ein starkes Porenrelief aufweist, rate ich davon ab, mit Camouflage-Make-up zu arbeiten. Es gibt andere Wege, ein klares und tadelloses Hautbild zu erzeugen (siehe Kasten). Danach auf die betroffenen Stellen eine möglichst hautidentische Cover Cream tupfen und so die Rötungen kaschieren. Diese Cover Cream darf flächig und verlaufend aufgetragen werden.

Auf keinen Fall sollten Sie den Farbton der Cover Cream zu hell wählen. Eine zu helle Nuance würde kein befriedigendes Ergebnis liefern, weil Rötungen schnell wieder durchschlagen. Wird die Grundierung anschließend fixiert, empfehle ich, losen, ebenfalls nicht zu hellen Puder zu verwenden. Denn ein Compact Puder lässt die Foundation schnell wieder „dick“ wirken – und genau das wollen wir ja vermeiden!

Zuerst pattern, dann abtupfen

Eine andere Möglichkeit, ein ebenmäßiges Hautbild zu schaffen – weniger aufwendig und durchaus auch empfehlenswert – ist es, die betroffenen roten Hautpartien zuerst mit einer hautidentischen Cover Cream abzudecken. Am besten pattern Sie diese mit desinfizierten Fingern auf. Achten Sie dabei auf die Farbe: Je dunkler die roten Stellen, desto satter darf die Farbe der Cover Cream sein. Anschließend mit einem Mineralpuder-Make-up das Gesicht inklusive der bereits abgedeckten Stellen abtupfen. Auch hier möglichst den natürlichen Hautton der Trägerin als Nuance wählen.

Ärzte raten dazu, bei Rosacea möglichst ölfreie Puder mit mineralischen Pigmenten zu verarbeiten. Grundsätzlich gilt beim Make-up: Je stärker deckend es gearbeitet ist, desto eher dürfen auch Augen und Mund intensiver als üblich betont werden! Sind auch die Augen von Rötungen befallen, decken wir diese auch mit einer Cover Cream ab. Diese Schicht bleibt allerdings dünner. Um endgültig „neutrale“ Zustände herzustellen, gebe ich ums ganze Auge gerne einen farbneutralen Lidschatten, etwa „Greige“ eine beige-graue Tönung ohne Rotanteil!

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 01/2019.

Von | Fotos: Fotolia/Victoria Chudinova

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