Mikropartikel

Plastikmuell_Meer

In den USA und in Schweden ist ein Verbot für Mikroplastik in Kosmetika bereits auf den Weg gebracht. In Deutschland sind die kleinen Kunststoffpartikel, die Cremes, Duschgelen oder Make-up-Produkten zugesetzt werden, ebenfalls umstritten.

Man geht davon aus, dass sich Mikroplastik in der Umwelt und insbesondere in den Ozeanen anreichert. Doch um welche Substanzen handelt es sich überhaupt? Und wie kann man sich als Anwender von Kosmetikprodukten am besten verhalten? Die Begriffe „Mikropartikel“, „Mikroplastik“ bzw. „Microplastic“ (Englisch), teilweise auch als „Microbeads“ bezeichnet, sind neu konstruiert und nicht klar definiert. In der Kosmetik spricht man von Microbeads oder Microspheres, wenn die Partikelgröße zwischen ein und 1 000 Mikrometerm (µm) beträgt. Es gibt auch „Microcapsules“, die bei ein bis zwei Mikrometern liegen. Es handelt sich nicht immer um kugelrunde Partikel, sondern es gibt auch unregelmäßig geformte mit „rauer“ Oberfläche.

Verschiedene Funktionen

In Rinse-off-Produkten wie Reinigungscremes, Waschgelen oder Peelings werden die winzigen Kügelchen oft eingesetzt, um die Reinigungswirkung zu unterstützen. In Leave-on-Produkten wie Gesichtscremes, Foundations oder Lippenstiften werden diverse Synthesepartikel gern als Texturhilfsmittel verwendet: Auftrag oder Applikation werden mit ihrer Hilfe sensorisch optimiert. Die Partikel unterstützen bei der Sebumabsorption (z. B. in Pudern) oder sind schlicht zur Mattierung oder Konsistenzgebung da. Das bedeutet, dass in nahezu jedem Kosmetikum im Prinzip Mikroplastik enthalten sein kann.

Seit Jahren ist bekannt, dass der weltweit anfallende Plastikmüll die Ozeane und ihre Bewohner belastet. Mittlerweile ist keines der Weltmeere mehr frei von den kleinen Plastikteilchen. Zwar zersetzt sich der Kunststoff im Laufe von Jahrzehnten, doch er verschwindet damit nicht. Die restlichen Bestandteile, die dann immer noch im Meer schwimmen, werden von Fischen und anderen Meeresbewohnern aufgenommen und landen am Ende auch auf unseren Tellern.

Es summiert sich

Wahrscheinlich sind Kosmetika nicht unbedingt für die Ozeanverseuchung verantwortlich. Schließlich nutzen viele Länder die Meere als Mülldeponie. Doch all die Produkte, die wir mit Wasser von unserem Körper abwaschen, landen letztlich in der nächsten Kläranlage. Es gibt Untersuchungen, die Mikroplastik bereits in unserem Trinkwasser nachweisen konnten. Denn das Problem ist, dass die Minipartikel über die Abwasseraufbereitung bislang nicht effektiv entfernt werden können; sie sind auch nicht so schnell biologisch abbaubar.

Das Umweltbundesamt hat bereits Forschungsaufträge initiiert, um die Auswirkungen von Mikroplastik auf unsere Umwelt zu untersuchen. Damit sind jedoch noch keine Aussagen möglich, ob und in welchem Umfang mit Langzeitfolgen für die Menschen zu rechnen ist. Insofern ist ein wenig Vorsicht hier sicher nicht verkehrt. Solange es in Deutschland keine gesetzlichen Vorgaben gibt, kann jeder Verbraucher selbst entscheiden, welche Produkte er kauft und verwendet.

Welche Substanzen zählen denn nun in Kosmetikprodukten zu Mikroplastik? Es handelt sich in erster Linie um kleine, unlösliche, feste Syntheseprodukte (ein bis 1 000 Mikrometer), die nicht biologisch abbaubar sind. Auf der Verpackung gibt die INCI-Deklaration den richtigen Hinweis. Tauchen z. B. folgende Bezeichnungen (bzw. als Bestandteil des INCI-Namens) auf, handelt es sich um Rohstoffe, die unter die Kategorie Mikroplastik fallen:

  • Nylon-6 bzw. Nylon-12
  • Polymethyl Methacrylate (PMMA)
  • Polyacrylates
  • Polyethylene
  • Polypropylene
  • Ethylene/Propylene/Styrene Copolymer

Man sollte die Angelegenheit allerdings auch hier von zwei Seiten betrachten. Es muss nicht jedes Kosmetikum verteufelt werden, nur weil eine „Polyethylene“-Komponente enthalten ist. Denn Fakt ist, dass beispielsweise nicht alle Make-up-Produkte wie Foundations oder Mascara & Co. automatisch im Abwasserkanal landen. Abgeschminkt wird in der Regel mit mit Flüssigkeit getränkten Kosmetik-Pads oder Tüchern, die dann im normalen Müll landen.

Alternativen sind da

Und ein Verzicht auf alle oben genannten Rohstoffe bedeutet auch nicht, dass wir zukünftig weniger erstklassige Kosmetikprodukte im Markt finden. Es gibt eine Reihe von Alternativen, die die Entwickler verwenden können, um das sanfte Peeling, die softe Textur oder die angenehme Konsistenz einer Creme sicherzustellen. Als Beispiele seien hier, gerade für Peelings, Substanzen genannt, die direkt aus der Natur kommen: Zucker, Salz, Mandelkleie oder auch gemahlene Aprikosenkerne. Für andere Produkte können z. B. Silikat (SiO2)-basierende Rohstoffe oder auch Glimmer eingesetzt werden, die in bestimmter Art und Weise hergestellt sind, um die verschiedenen angestrebten Texturmodifikationen zu ermöglichen (INCI Silica oder Mica).

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 10/2018.

Von | Fotos: Fotolia/Mattoff

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