Nach dem Ferien-Hype

Strandkorb After-Sun

Schöne Tage am Strand – im Meer oder im gechlorten Pool baden und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Was für uns eine erholsame Auszeit ist, strapaziert die Haut. Da kommen regenerierende Pflegemaßnahmen genau richtig.

So entspannend der Urlaub auch gewesen sein mag – für die Haut war er purer Stress. Jetzt ist eine Regenerationsbehandlung angesagt, die in drei Schritten abläuft: Exfoliation, Hydratation und Reparatur. Bevor wir uns die einzelnen Schritte genauer anschauen, müssen wir uns kurz vor Augen führen, was mit der Haut geschieht, wenn wir sie aus dem gewohnten Alltag in eine völlig veränderte klimatische Situation bringen. Durch die verstärkte UV-Bestrahlung in anderen klimatischen Regionen sowie die Reflexion der Strahlen durch Sand und Wasser kommt es zu kurzfristigen Schädigungen der Haut. Es muss kein Sonnenbrand entstehen – viele Reaktionen laufen zunächst unbemerkt ab, können aber Folgen haben.

Unschöne Verfärbungen

Die Bildung der Lichtschwiele ist eine zusätzliche Schutzmaßnahme, mit der sich die Haut vor den kurzwelligen UVB-Strahlen schützt, die sie in der Epidermis schädigen. Diese Überverhornung bleibt oft bis nach den Ferien erhalten und blättert dann samt Bräune zu Hause nach dem Duschen ab. Die Pigmentation, das Ausreifen der Melanosomen, findet durch das Enzym Tyrosinase und die UVA-Bestrahlung statt. Werden die Melanozyten durch innerliche wie äußerliche Faktoren zusätzlich stimuliert, kommt es zu Hyperpigmentationen. Diese werden ausgelöst durch:

  • Hautentzündungen
  • frische Narben oder Wunden
  • Hormonpräparate oder Schwangerschaft
  • Parfum oder parfümierte Kosmetik
  • bestimmte Medikamente

Generell gilt: Es ist einfacher, Hyperpigmentationen zu verhindern als sie anschließend wieder aufzuhellen.

Die UV-Strahlen sorgen aber nicht nur für Bräune, sie schwächen auch unsere Langerhans-Zellen (Immunsystem der Haut) und die Fibroblasten in der Dermis. Dies führt dazu, dass wir anfällig werden für Hautkrankheiten. Ein gutes Beispiel dafür ist die sogenannte Sonnenallergie: Kleine juckende Bläschen treten vermehrt in der zweiten Hälfte der Ferien an lichtexponierten Körperstellen auf und vermiesen einem den Genuss am Strandurlaub. Die Schäden an den Fibroblasten zeigen sich erst Jahre später, wenn die Haut an Spannkraft und Elastizität verliert. Was sich aber bereits nach den Ferien deutlich abzeichnet, ist der Mangel an Feuchtigkeit.

Erholungspause für die Haut

Zum einen wird die Haut regelrecht ausgelaugt, indem wir sie lange und immer wieder in Salzwasser oder – noch schlimmer – in Chlorwasser baden. Zum anderen eliminieren wir ihre sämtlichen Feuchtigkeitsdepots, der Hydrolipidfilm wird abgewaschen und die Fibroblasten produzieren nur vermindert wasserspeichernde Glykosaminoglykane (GAG). Die verdickte Hornschicht macht den Mangel noch sichtbarer. Hat die Haut zu wenig Feuchtigkeit, werden alle Funktionen auf ein Minimum zurückgefahren. Dies bedeutet: verminderte Zellteilung, verringerte Produktion von Kollagen und Elastin und auch die Immunzellen können nicht ausreichend „patrouillieren“. Die Enzyme, die für die natürliche Exfoliation der Odland-Körperchen zuständig wären, sind dann nutzlos. Während wir also in den Ferien Kraft und Energie tanken, leistet unsere Haut Schwerstarbeit. Daher gilt es, ihr im Anschluss eine Erholungspause zu gönnen. Bieten Sie Ihren Kunden deshalb „After Summer“-Packages an.

Peelen und durchfeuchten

Mit einer milden Exfoliation wird die Hornschicht regelmäßig abgetragen, die vorhandene Bräune kommt strahlender zum Vorschein und die Haut kann die nachfolgenden Wirkstoffe besser aufnehmen. Bei Hyperpigmentierungen sollte über ein Aufhellungsprogramm gesprochen werden, denn dies ist keine Einzelbehandlung, sondern ein aufwendiges Paket aus Abschälen, dem Einsatz von Tyrosinasehemmern und Prävention. Solche Intensivbehandlungen eignen sich nur in den sonnenschwachen Monaten (keine Skiferien!).

Die Hornschicht versiegelt unsere Haut und sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit verloren geht. Daher ist es unerlässlich, die Hornschicht und den Hydrolipidfilm zu pflegen. Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Glycerin und Sorbit eignen sich gut für die Oberflächenhydratation. Für die tieferen Hautschichten sollten körpereigene Feuchtigkeitsbinder eingesetzt werden. Hyaluronsäure ist wohl einer der bekanntesten Vertreter dieser Gruppe. Aber Hyaluronsäure ist nicht gleich Hyaluronsäure. Natürlicherweise wird sie von Enzymen in der Haut abgebaut, da ja ständig neue nachgeliefert wird. Wird nun eine Hyaluronsäure-Form aufgetragen, die sehr schnell wieder abgebaut wird, kann die Haut nicht lange davon profitieren. Hier machen Quervernetzungen der Moleküle bzw. Retard-Formulierungen Sinn.

Die Zelle ist ein kleines Wunderwerk. Sie repariert unermüdlich Schäden an der Membran, um so die Funktionen weiter auszuführen, die der Zellkern vorgibt. Zellschäden entstehen in erster Linie durch freie Radikale. Hierzu leistet die Sonne einen großen Beitrag, u. a. aber auch der Gebrauch von Genussmitteln (Rauchen), Umweltverschmutzung und auch Elektrosmog.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 07/2019.

Von | Fotos: Fotolia/Angela Rohde

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