Nackte Tatsachen

Frau Bikini Hut

Die Bikinisaison bringt sie jedes Jahr wieder ans Licht: kleinere kosmetische Probleme sowie UV-bedingte Hautveränderungen, die Ihre Beratungsleistung erfordern. Machen Sie sich bereit für Ihren Einsatz zum Wohle des Kunden.

Die kosmetischen Problembereiche, die zu Beginn der warmen Jahreszeit sicht- oder spürbar werden, können vielfältig sein. Sie reichen von besonderen Formen der Akne über Photosensibilisierungen und Sonnenbrand bis hin zu rissigen Fersen oder Unreinheiten am Rücken – einige Standardfälle.

  • Lichtempfindlichkeit und nasse Kleidung: UV-Licht dringt auch durch die Kleidung in die Haut. Das hat besonders dann relativ schnell Folgen, wenn die Kleidung noch nass ist. Untersuchungen bei Erwachsenen haben gezeigt, dass Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Bei Kindern steigt dadurch das Sonnenbrandrisiko erheblich. Leider wird das im Sommer häufig übersehen, sodass es auch bei geringer Sonnen-Exposition zu Sonnenbrand oder anderen Hautreaktionen kommt.

Am häufigsten finden sich Lichtempfindlichkeiten, die als „solare Urtikaria“ zusammengefasst werden. Grundlage des Krankheitsbildes ist eine Hautreaktion, die durch Immunglobuline – eine besondere Eiweißgruppe im Immunsystem des Menschen – initiiert wird. Es kommt zu einer Histaminausschüttung, die ganz unterschiedliche Folgen haben kann.

Bereits nach kurzer Zeit

Generell lassen sich zwei Typen (Typ I mit spezifischen Photo-Allergenen und Typ II) unterscheiden, die verschieden schnell auf eine schon kurze Sonnenlicht-Exposition reagieren. Meist reichen bereits weniger als 30 Minuten, um einen ersten Juckreiz, Hautrötungen oder die Bildung von kleinen Bläschen auszulösen. Als Erstlinientherapie hat sich der Einsatz von Medikamenten des Typs „H1 Rezeptor Antagonisten“ durchgesetzt. Hier muss man jedoch darauf achten, dass die Medikamente den Patienten nicht zusätzlich ermüden. Die Therapie setzt voraus, dass man eine Phototestung der Haut durchführt, um die genaue Wellenlänge der maximalen Reaktion festzustellen. Daneben werden auch immer wieder die klassischen Präventionsmaßnahmen empfohlen, z. B. das Tragen langer Hosen und langärmliger Hemden, bei Bedarf auch von Handschuhen und einer entsprechenden Kopfbedeckung.

  • Pflanzendermatitis: Die genannten Prä­ventionsmaßnahmen gelten auch für alle Formen der Pflanzendermatitis. Sie wird durch den Kontakt zu pflanzlichen Photosensibilisatoren verursacht, wie man ihn z. B. am Strand oder am Baggersee hat. In Amerika sollen bis zu 50 Prozent der Bevölkerung bei stärkerer Exposition entsprechend reagieren. Die Hautveränderungen werden begleitet von juckenden bis leichten Schmerzen und es bilden sich eventuell Bläschen. Daneben zeigen sich Rötungen und Ödeme der Haut. Wenn der Verdacht auf eine Pflanzendermatitis vorliegt, ist eine Allergietestung erforderlich, mit der man nach den entsprechenden Quellen suchen kann.
  • Akne vulgaris: Die im Sommer häufig auftretende Kombination von Schweiß, Hautfetten und Bakterien, die die Poren der Haut verstopfen können, führt dazu, dass bei anfälligen Menschen das Risiko einer Akne vulgaris deutlich ansteigt. Im Jugendalter sind hiervon mehr Jungen als Mädchen betroffen, im Erwachsenenalter mehr Frauen als Männer. Es kommt selten zu schweren Aknefolgen. Vielmehr stehen die lokalen Hautsymptome, die für eine Akne typisch sind, im Vordergrund: Haarwurzelentzündungen und lokale Rötungen. Ob zur Behandlung dieser Form von Akne eine Langzeit-Antibiose angezeigt ist, muss mit dem Patienten diskutiert werden. Die Entscheidung hängt eventuell aber auch von den Erregern ab, die sich auf der Haut festgesetzt haben. Die Therapie kann über antientzündliche Maßnahmen sowie topisch verabreichte Antibiotika erfolgen.

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  • Miliaria: Hierbei handelt es sich um eine weit verbreitete Störung der Schweißdrüsen, die häufig bei heißer und feuchter Witterung auftritt und sich in juckendem Hautausschlag zeigt. Unterschieden werden insgesamt vier Formen: Miliaria rubra, Miliaria cristallina, Miliaria alba und Miliaria profunda. Diese Krankheitsformen lassen sich im Wesentlichen durch die Ausprägung der Hautveränderungen und die verschiedenen Zielgruppen, die betroffen sind, abgrenzen. Die Miliaria profunda zeigt sich häufiger bei Erwachsenen als bei Kindern. Sie ist von der Symptomatik her allerdings als eher gering belastend einzuschätzen, während die Miliaria rubra-Form intensiven Juckreiz und Stechen hervorrufen kann, was sich schlimmstenfalls bis hin zu Fieber und einem Erschöpfungsgefühl steigert.

Zur Therapie eignen sich grundlegend Präventionsstrategien. So soll der Aufenthalt in schwüler Hitze möglichst vermieden werden. Auch cortisonhaltige Hautlotionen und orale Antihistaminika kommen zum Einsatz, die im Wesentlichen den starken Juckreiz lindern. Eine weitere Behandlung ist meist nicht nötig; die Haut sollte auf jeden Fall trocken gehalten werden, um jede Form von Ausschlag zu vermeiden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 04/2019.

Von | Fotos: Fotolia/DragonImages

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