Naturgewalten

Island_Skogafoss_Naturgewalt

Island erlebt derzeit einen regelrechten Hype. Die Vulkaninsel im Nordpolarkreis beeindruckt nicht nur durch ihre faszinierenden Landschaften, sondern hat auch in Sachen Wellness einiges zu bieten.

Island, sagenumwobenes Land aus Feuer und Eis. Magische Insel am Nordpolarkreis. Wer denkt, dort gäbe es nur weiße Schneewüsten, liegt völlig falsch. Islands atemberaubende Natur ist von überwältigender Vielfalt. Es gibt riesige Gletscher, schwarze Basaltstrände, rauschende Wasserfälle, dampfende Quellen, wunderschöne Fjorde, grüne Wiesen, glasklare Seen und speiende Geysire, also geothermische Fontänen. Die größte Vulkan­insel Europas hat dank des Golfstroms ein maritim-polares Klima, Grundlage für eine erstaunliche Flora, die sich phytotherapeutisch nutzen lässt.

Auch die Isländer selbst sind ein besonderes Völkchen. Sie glauben an Elfen und Trolle, sind aber zugleich bodenständig und realistisch. Und sehr gesundheits- und körperbewusst. Schließlich ist der Inselstaat mit „natürlicher Fußbodenheizung“ ein Wellness- und Badeparadies.

Die Heilkraft des Wassers war und ist in allen Kulturen bekannt, in Island aber hat sie durch die natürlichen Gegebenheiten einen ganz besonderen Stellenwert. Zu Recht, schließlich ist Wasser Überlebensgrundlage der Menschheit! Unser Organismus besteht bis zu 80 Prozent daraus, bereits als Embryos schwimmen wir im Fruchtwasser. Schon in alten Zeiten wurde Wasser als „prima materia“, als Urstoff, angesehen. Außerdem ist es ein Symbol für die Seele.

Ein blaues Wunder erleben

Der berühmteste Wasserfall des Landes ist der „Gullfoss“, der goldene Wasserfall. Er gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und bietet mit seiner Fallhöhe von 70 Metern ein ganz besonderes Naturspektakel. Eine weitere Attraktion und eine Art Wahrzeichen der Insel ist die „Blaue Lagune“, ein natürliches Thermalfreibad in der Nähe von Reykjavik, der nördlichsten Hauptstadt der Welt. Ihr mineralstoffreiches, dunkelblaues Wasser enthält besonders viel Kieselsäure und ist berühmt für seine hautstraffende Wirkung. Auch bei Psoriasis soll es sich positiv auf die Haut auswirken.

Reykjavik bedeutet übrigens „Rauchbucht“, was auf die warmen, dampfenden Quellen in der Umgebung hinweist. Allein dort gibt es 18 Thermalbäder, und jedes noch so kleine Dorf auf Island hat sein eigenes, natürliches Freibad. Die Isländer nutzen ihre natürlichen Badeoasen, die „heitir pottar“, täglich mit großem Vergnügen – zum Wohle ihrer Gesundheit im Allgemeinen und zur Linderung bei Gelenkarthrosen und anderen rheumatischen Erkrankungen im Besonderen. Manche „heitir pottar“ sind schwefelhaltig, was gegen unreine Haut und verschiedene Dermatosen hilft.

Heiße Töpfe, dampfende Erde

Die „heißen Töpfe“ sind soziale Treffpunkte und ein wichtiger Teil der isländischen Kultur. Weitere natürliche Wellness-Anlagen, die ein einmaliges, ganz besonderes Badevergnügen versprechen, sind die „Wasserfalldusche“ in einem Tal mit dem klangvollen Namen Laugavalladalur sowie die „dampfende Erde“ in Hveravellir.

Die Sommer in Island sind kurz, darum könnte man dort eine karge Vegetation vermuten. Doch die fruchtbare Vulkanerde bringt, unterstützt durch die Geothermalenergie, eine große Auswahl an Pflanzen mit heilender Wirkung hervor, die sowohl medizinisch als auch kosmetisch nutzbar sind. Es gibt wilde Kräuter wie Thymian, Isländisch Moos und Engelswurz, heilsame Bäume wie Birken und Ebereschen, alpine Pflanzen wie Alpenröschen und Gamsheide, verschiedene Polsterpflanzen, Heidepflanzen wie Erika, Preiselbeere, Wacholder, wollige Weide und verschiedene Flechten, Kuckucksblume (eine wilde Orchidee), Steinbrech, Frauenmantel, Leinkraut, Silberwurz, Löwenzahn, Sumpfdotterblume, Veilchen oder Zinnkraut.

Zur Festigung der Humusschicht wurden wilde Lupinen und Strandhafer ausgesät. Außerdem kultivieren die Isländer in Biogewächshäusern spezielle Pflanzen, vor allem Wildgerste, mit einem zellaktivierenden Wachstumsfaktor und Proteinen für eine Naturkosmetik, die besonders die Hautfeuchtigkeit regulieren kann und der natürlichen Hautalterung entgegenwirkt.

Pflanzen, die in solch nördlichen Breiten gedeihen, sind naturgemäß sehr widerstandsfähig. Ihre Inhaltsstoffe sind daher gut geeignet für effektive, nachhaltige Anti-Aging-Produkte, die die Hautregeneration anregen. Deshalb bauen isländische Kosmetikhersteller vor allem auf die Wirkung der Inhaltsstoffe handverlesener Wildpflanzen.

Wir können die Einmaligkeit der isländischen Natur nicht einfach zu uns nach Hause bringen, man muss sie schon selbst erleben. Aber mit ein bisschen Kreativität kann man isländisch inspirierte Wasseranwendungen und die wirkstoffreichen Produkte der dortigen Pflanzenwelt zu attraktiven Wellness-Treatments zusammenstellen. Es gibt in Deutschland bereits Island-Wellness-Angebote, etwa in den „Schwabenquellen“ in der Nähe von Stuttgart sowie in der isländischen Sole-Thermal-Welt „Strokkur“ in Aachen. Beide Anlagen bieten etliche wohltuende „Island-Treatments“ für die Gesundheit und zum Genießen an, etwa:

  • verschiedene Saunen,
  • Badelagunen,
  • massierende, belebende Wasserfälle,
  • urige Dampfbäder in Lava-Höhlen,
  • Dampfbäder mit Kieselerdeschlamm,
  • spezielle Wildkräuter- und auch Schwefelbäder.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 08/2018.

Von | Fotos: Fotolia/ivan kmit

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