Pigmentstörungen

Kuh_Flecken

Ob schwarz, braun oder weiß – unsere Hautfarbe wird genetisch bestimmt. Das genaue Aussehen wird aber auch von anderen Faktoren beeinflusst, z. B. UV-Strahlen oder Kosmetika.

Mit Ausnahmen wie etwa dem Albinismus äußern sich Pigmentstörungen durch fleckige Haut. Hyperpigmentierungen erscheinen als dunkle Flecken auf hellerer Haut, Hypopigmentierungen als hellere Stellen auf dunklerer Haut. Diese Veränderungen können temporärer oder ständiger Natur sein und vielfältige Ursachen haben. Vorübergehend helle Stellen entstehen z. B. durch die unbeabsichtigte Einwirkung oxidierender Haushalts-Chemikalien, die Wasserstoffperoxid enthalten (z. B. Schimmelentferner), oder durch partielle Peelings und Dermabrasion.

Reversible dunkle Flecken werden nach entzündlichen Verletzungen durch post­inflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) hervorgerufen. Bei entsprechenden Wellenlängen regen auch Laser- und IPL-Behandlungen die Melaninbildung an. Saisonal kommt es zu Sommersprossen, die besonders auf keltischer Haut auffallen. Länger andauernde dunkle Flecken an unbekleideten Hautarealen werden durch Photosensibilisierungen erzeugt. Ursachen sind u. a. orale Johanniskrautpräparate (Hypericin), Arzneimittelnebenwirkungen, Hautkontakt mit der Herkulesstaude oder dem Wiesen-Bärenklau (Wiesengräser-Dermatitis) und photosensibilisierende Komponenten ätherischer Öle.

Altersflecken

Sehr hartnäckig sind Altersflecken, die aus oxidierten Protein-Lipid-Komplexen (Lipofuszin) oder Zucker-Protein-Agglomeraten bestehen, auch AGE genannt (Advanced Glycation Endproducts). An AGE-Erscheinungen ist die Maillard-Reaktion beteiligt, die man von den Braunfärbungen beim Backen und von Selbstbräunern her kennt. Dabei reagieren Kohlenhydrate mit Aminosäuren und Proteinen miteinander und bilden Melanoidine von sehr unterschiedlicher Struktur. Daran sind auch oxidative Prozesse beteiligt. Im Gegensatz zur oberflächlichen Tönung der Selbstbräuner sind die altersbedingten Ablagerungen intrazellulär verankert und schwer zu entfernen.

Bleibende helle Stellen findet man bei Narben, wenn deren Gewebe keine Melanozyten enthält. Dies gilt auch für Schwangerschaftsstreifen, die zuerst blau-rötlich erscheinen und sich später hell abheben. Helle Stellen entstehen auch bei Pityriasis alba, einer postinflammatorischen Hypopigmentierung, bei der sich melaninärmere Areale auf den Wangen hervorheben. Bei Pityriasis versicolor ist die Haut durch Malassezia-Hefepilze infiziert und wirkt auf dunklerer Umgebung ebenfalls heller; die infizierten Stellen zeigen sich bei sehr heller umgebender Haut schwach dunkel.

Die Weißflecken-Krankheit

Auffallend sind die Erscheinungen der Vitiligo – eine relativ häufige, schmerzlose Hautkrankheit. Sie äußert sich durch eine Depigmentierung der Haut, die, mit kleinen weißen Flecken beginnend, langsam fortschreitet und immer größere Areale umfasst. Auch die Haare können betroffen sein. Da weder die Tyrosinase, das für die Bildung des Melanins verantwortliche Enzym, noch Melanozyten präsent sind, findet bei Sonnenbestrahlung keine Anregung der Melaninbildung statt. Eine der häufig diskutierten Ursachen ist der gestörte Wasserstoffperoxid-Haushalt. Wasserstoffperoxid ist ein intermediär auftretender natürlicher Körperbestandteil, der durch das Enzym Katalase unschädlich gemacht wird. Ist das Enzym defizitär oder steht es lokal gar nicht zur Verfügung, steigt der Wasserstoffperoxid-Spiegel an und verursacht eine endogene bleichende Wirkung. Es gibt eine Reihe von Hypothesen, wie die Krankheit ausgelöst wird. Sie reichen von Arzneimittelnebenwirkungen bis zu einschneidenden psychischen Erlebnissen.

Neben Oxidationsmitteln wie Wasserstoffperoxid, die auf bereits gebildetes Melanin einwirken, verhindern die meisten Antioxidanzien die Bildung von Melanin, indem sie das Enzym Tyrosinase hemmen. Ausgehend von der Aminosäure Tyrosin erzeugt dieses in einem Sauerstoff verbrauchenden Prozess die Pigmente Eumelanin (braun-schwarz) und Phäomelanin (gelb-rötlich). Eines der effektivsten Mittel, die Pigmentierung zu unterdrücken, ist der Phosphorsäure­ester des Vitamin C (INCI: Ascorbyl Phosphate). Er wirkt bereits in sehr geringen Dosierungen, wenn er liposomal angewandt wird, und ist im Vergleich zu Lösungen der freien Ascorbinsäure bei Lagerung oxidationsstabil. Will man neben der Prävention auch die bestehende Pigmentierung reduzieren, sind begleitende Peelings, Mikrodermabrasion oder keratolytische Wirkstoffe geeignet, z. B. Salizylsäure, höhere Dosen von Vitamin C (Fruchtsäurewirkung) und Vitamin A (Bildung von regenerativer Vitamin-A-Säure). Ist zudem eine Verminderung von Hautrötungen erwünscht, kommt u. a. Tranexamsäure infrage, ein Wirkstoff, der die Melaninbildung hemmt und die kapillaren Blutgefäße durch seine antifibrinolytische Aktivität stabilisiert. Da Vitamin B3 (Niacinamid) in den Melanosomentransport der Haut eingreift, sind Tranexamsäure-Niacinamid-Kombinationen sehr effektiv.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 06/2018.

Von | Fotos: Fotolia/by-studio

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