Schweiß – lass nach!

Schwimmen Schweiss

Nicht nur im Urlaub und im Sommer fragen wir uns: Warum schwitze ich? Wie kann ich mich verhalten, wenn ich stark schwitze? Wie kann ich mich sinnvoll abkühlen? Wie unterscheidet sich ein Anti-Transpirant vom Deodorant? Welche Inhaltsstoffe können das Schwitzen regulieren?

Schwitzen ist eigentlich gesund, es ist ein lebenswichtiger Vorgang. Der Organismus scheidet beim Schwitzen mit dem Schweiß nicht nur Wasser, sondern auch Giftstoffe und Stoffwechselschlacken über die Poren aus. Außerdem ist das Schwitzen die körpereigene Klimaanlage des Menschen, damit unser Körper bei Hitze seine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius halten kann. Droht Gefahr, dass diese Temperatur nicht gehalten werden kann, dann gibt das Zwischenhirn über die Nervenbahnen den Befahl an die Haut: abkühlen!

Und damit tritt aus über zwei Millionen Schweißdrüsen – vor allem in den Achselhöhlen, im Nacken, am Kopf, auf der Stirn, an Hand- und Fußflächen – Flüssigkeit aus. Dieser Vorgang soll Abkühlung durch Verdunstungskälte bringen. Die Schweißflüssigkeit kommt aus den sogenannten ekkrinen Drüsen. Je nach Umgebungstemperatur können täglich bis zu acht Liter ausgeschieden werden. Bei Austritt der Schweißflüssigkeit aus den Drüsen ist diese noch geruch- und farblos. Erst wenn sie durch Bakterien zersetzt wird, fängt sie an mehr oder weniger unangenehm zu riechen. Eine Ausnahme gibt es in der Pubertät: Durch hormonelle Veränderungen im Körper kann hier auch frischer Schweiß riechen. In Zeiten heftigen Schwitzens ist sorgfältige Körperhygiene anzuraten.

Wird die Schweißbildung durch Medikamente oder Spezial-Deos komplett gestoppt, ist dies gesundheitsschädlich. Allerdings kann es bei übermäßigem Schwitzen sinnvoll sein, die Schweißentwicklung ein wenig einzudämmen bzw. zu verringern.

Einmal täglich schwitzen!

Schwitzen ist wichtig für den Organismus. Eine Faustregel besagt: Einmal am Tag sollte jeder von uns ins Schwitzen kommen, am besten natürlich durch körperliche Bewegung.

Schweiß enthält Wasser, Mineralsalze, Chloride, Hydrocarbonate, Sulfate, Ammoniak, Kalium, Calcium, Magnesium, Harnstoff, Harnsäure, Glucose, Milchsäure, Aceton, Kreatin, Aminosäuren, Fettsäuren. Der pH-Wert liegt im sauren Bereich bei ca. pH 4,5.

Kommen wir in Stresssituationen, können wir schlagartig anfangen zu schwitzen, und dies ist unabhängig von der Umgebungstemperatur. Stress-Schweiß bezeichnet man oft auch als „kalten Schweiß“, denn dann freigesetzte Hormone (Adrenalin und Noradrenalin) verengen die Blutgefäße der Haut und sorgen so für eine Umverteilung des Blutes zugunsten der Muskeln.

Quälende Schweißattacken

Starkes Schwitzen kann zur Qual werden. Was steckt dahinter, wenn manche Menschen besonders stark schwitzen? Übermäßiges Schwitzen kann auf eine Störung im Organismus hinweisen. Ursachen könnten z. B. Erschöpfung, Eiweißmangel, Mineralstoff-Störungen, Schilddrüsen-Überfunktion, Kreislauf- und Stoffwechselstörungen sein. Starkes plötzliches Schwitzen (Hitzewallungen) ist ein typisches Symptom in den Wechseljahren. Aber auch durch bestimmte Medikamente kann das Schwitzen angeregt werden.

  • Naturmittel gegen das Schwitzen: Mit einer Umstellung in der Ernährung kann eine wohltuende Besserung erreicht werden. Hier wird empfohlen, wenig Salz zu verwenden, mehr Obst, Gemüse, Milchprodukte, aber weniger Fleisch und Wurst zu essen. Starke, scharfe Gewürze sollten ebenso vermieden werden wie Alkohol und zu viel starker Kaffee. Der Ratschlag für die Kleidung: Naturfasern, wie Baumwolle oder Seide oder spezielle feuchtigkeitsableitende Stoffe. Sie lassen Schweiß am schnellsten abdampfen. Es tut zeitweise gut, wenig Kleidung zu tragen und Luftbäder ohne Kleidung zu nehmen, damit die natürliche Hautatmung angeregt werden kann.
  • Vorschläge gegen übermäßiges Schwitzen sind reichlich zu finden. So werden Tee-Kuren mit Salbei, Wechselduschen, Abreibungen mit Salbeitee oder einer Mischung aus Apfelessig und Wasser sowie regelmäßiger Sport und regelmäßige Saunagänge empfohlen.
  • Ein Bad in Tomatensaft soll ebenfalls hilfreich sein. Hierfür drei Liter Tomatensaft in warmes Badewasser rühren und in dem roten Badewasser 15 Minuten verweilen. Eventuelles Übergewicht sollte abgebaut, regelmäßiger Alkohol-Konsum und das Rauchen sollten eingestellt werden.
  • Handelt es sich um Stress-Schwitzen aufgrund von nervlichen oder seelischen Ursachen, kann dieses nur eingedämmt werden, wenn Ängste und Stress abgebaut werden. Entspannungs-Übungen oder autogenes Training können zu innerer Ruhe verhelfen.
  • Wenn viel geschwitzt wird, muss auch viel getrunken werden. Sonst kann es zu massiven Kreislaufstörungen kommen. Die ausgeschiedene Flüssigkeit – das können von einem halben bis zu fünf Litern und mehr am Tag sein – ist eine beachtliche Menge, die sofort wieder aufgefüllt werden sollte.

Übermäßiges Schwitzen ist aus ärztlicher Sicht keine Krankheit, wenn kein ernsthaftes Leiden dahintersteckt. Es ist eine Störung der Drüsenfunktion, die als Hyperhidrose bezeichnet wird.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 11/2018.

Von | Fotos: Fotolia/fotofrank

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