Selbstbräuner

Frau Bräunen Strand

In Europa gilt eine leicht von der Sonne getönte Haut immer noch als besonders attraktiv. Das heißt aber nicht, dass man sich unbedingt UV-Strahlung aussetzen muss. Eine attraktive Alternative für Kunden bieten Selbstbräuner.

Selbstbräuner sind kosmetische Wirkstoffe, die die Haut ohne Einfluss von UV- Strahlen tönen. Es handelt sich bei dieser Hautbräunung lediglich um eine Braunfärbung der Hornschicht (Stratum corneum), die keinen Einfluss auf die Tätigkeit der Melanozyten hat. Bei einer Pigmentierung der Haut durch UV-Bestrahlung synthetisieren die Melanozyten aus Tyrosinase Melanin.

Wirkstoff DHA

Der wohl bekannteste und in der Kosmetik überwiegend genutzte bräunende Wirkstoff ist DHA (Dihydroxyaceton). Diese Substanz ist chemisch gesehen ein Einfachzucker, bindet sich an freie Aminogruppen der Proteine der obersten Hautschicht und bildet dabei schon nach ca. ein bis fünf Stunden die gewünschte braune Hauttönung. Hierbei gilt erfahrungsgemäß: Je dicker die Hornschicht (Ellenbogen, Hände) ist, desto intensiver wird die Tönung. Damit die Bräune nicht fleckig wird, ist es wichtig, sich für das Auftragen Zeit zu nehmen und dabei sorgfältig vorzugehen. Ist die Haut vor dem Auftragen sehr trocken oder wird das Produkt ungleichmäßig verteilt, droht eine ungleichmäßige Streifenbildung (Streifenhörncheneffekt).

Klassische Selbstbräuner enthalten etwa fünf Prozent DHA. Der Nachteil dieses Wirkstoffes ist sein typischer Eigengeruch. Dieser muss für die bessere Akzeptanz mit Duft- und Aromastoffen überlagert werden. Auch aus diesem Grund sind seit einigen Jahren zusätzlich sanft bräunende Bodylotionen im Trend, bei denen der DHA-Anteil auf etwa zwei Prozent verringert wurde. Um hiermit nach und nach eine sanfte Bräune zu erzielen, müssen diese Pflegeprodukte über mehrere Tage nacheinander benutzt werden. Der Vorteil dabei ist: Die Tönung der Haut wird durch den wiederholten dünnen Auftrag gleichmäßiger.

Erythrulose ist ein weiterer bräunender Wirkstoff. Er wird oft in Kombination mit DHA eingesetzt. Auch er reagiert mit den freien Aminosäuren in der obersten Hautschicht. Die Wirkung setzt jedoch langsamer ein, hält lange an und wirkt im Allgemeinen natürlicher und gleichmäßiger als die allein mit DHA erzielte Hauttönung. Ein Komplex aus verschiedenen Aminosäuren, die die Melaninsynthese anregen und den Bräunungsprozess beschleunigen sollen, wird von Rohstofflieferanten unter dem Markenamen Phototan angeboten. Unter dem Namen Vegetan Premium gibt es eine Kombination aus DHA und Melanin. Diese soll für ein natürliches, schnell sichtbares Bräunungsergebnis sowie einen antioxidativen Effekt sorgen.

In der naturnahen Kosmetik werden die vorgenannten Bräunungssubstanzen gern mit natürlichen Aktivstoffen kombiniert, z. B. Walnuss- und Karamell-Extrakten. Ein weiterer von Forschern gefundener Aktivstoff aus der Natur ist Forskolin, ein Extrakt aus den Wurzeln der Buntnessel. Dieser regt die natürliche Melaninproduktion in der Haut auch ohne Sonne an. Die Haut von hellen oder rötlichen Mäusen, die mit dem Pflanzensud eingerieben wurde, bräunte selbst ohne UV-Strahlung. In den Hautzellen hatten sich zahlreiche Melaninpigmente gebildet. Leider funktionierte dieser Extrakt nur bei der Haut von Mäusen, nicht aber bei der fünfmal dickeren menschlichen Haut.

Alternative Modelle

Wissenschaftler wollen nun andere Wege gehen, denn bestimmte Enzyme hemmen die Melaninproduktion; spezielle Moleküle sollen wiederum diese Enzyme blockieren. Noch müssen zukünftige Versuchsreihen beweisen, dass diese Subs­tanz auch auf menschlicher Haut funktioniert und keine Schäden verursacht.

Da bräunende Wirkstoffe meistens austrocknend auf die Haut wirken, werden die Selbstbräuner mit feuchtigkeitsspendenden Pflegestoffen ergänzt. Selbstbräuner gibt es in verschiedenen Konsistenzen: u. a. als wässriges Produkt, fettfreies Gel, Spray, Schaum, dickflüssige Körperlotion und für die schnelle Anwendung Tücher, die mit selbstbräunenden Substanzen getränkt sind.

Worauf die Wahl fällt, hängt vom gewünschten Ergebnis ab. Geübte kommen gut mit Creme oder Mousse zurecht. Damit wird auch ein dunklerer Effekt erzielt. Selbstbräuner-Schaum lässt sich besonders schnell und leicht auf großen Flächen auftragen und ist deshalb gut geeignet für den Körper. Anfänger kommen meist eher mit Aerosol-Sprays zurecht. Damit erreicht man eine leichte Bräune – und die Präparate sind oft für Gesicht und Körper geeignet. Am besten langsam beginnen und so häufig nachsprühen, bis der Farbton stimmt.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 05/2019.

Von | Fotos: Fotolia/Marida

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