Foto: stock.adobe.com/artursfoto

closed-area // 22.05.2023

Hilfe bei verfärbten Fingernägeln

Ein gesunder Fingernagel ist fleischfarben. Wird er gräulich, gelblich oder weißlich, kann das verschiedene Ursachen haben, die meistens – aber nicht immer – harmlos sind. So können z. B. Putzmittel, Nagellack und Nikotin für Farbveränderungen sorgen. Jedoch kann ein andersfarbiger Naturnagel auch das Symptom einer Krankheit sein.

Nicht jede Verfärbung stellt eine Verbindung zu einer ernsten Erkrankung dar, sollte aber dennoch von einem entsprechenden Facharzt abgeklärt werden. Verfärbten Nägeln lässt sich nur bedingt vorbeugen, vor allem, wenn es sich um Einfärbungen handelt, die von außen verursacht werden. Der beste Schutz ist also, dass es gar nicht erst zu einer Umfärbung kommt. Beim Arbeiten im Haus mit aggressiven Putzmitteln sollte man ebenso Handschuhe tragen wie bei der Gartenarbeit.

Unschöner Gelbstich

Einer der wohl häufigsten Gründe für Vergilbung ist das regelmäßige Tragen von Nagellack. Er dringt mit der Zeit in die oberste Nagelschicht ein. Farbpigmente werden im Keratin eingelagert und verfälschen die Farbe des Naturnagels – die Nagelplatte wird gelblich. Um die Verfärbung im Akutfall aufzuhellen, gibt es ein einfaches Hausmittel: eine frische Zitrone teilen und sie etwa 30 Sekunden lang über die betroffenen Nägel reiben. Danach die Hände mit Wasser und Seife reinigen und zum Schluss die Nagelhaut wegen der Säure mit einer Feuchtigkeitscreme pflegen. Vorsicht ist bei gereizter oder eingerissener Nagelhaut geboten, denn die Zitronensäure kann etwas brennen. Eine Alternative ist Apfelessig. Einfach mit warmem Wasser verdünnen, Finger darin drei Minuten einweichen, Hände abtrocknen und danach mit einer Polierfeile sanft über das Nagelbett streichen. So sehen die Nägel direkt wieder frischer und gesünder aus. Auch Whitening-Zahnpasta bleacht die Nägel (bitte keine schwarze Aktivkohle-Zahnpasta): mit einer Zahnbürste auf die Nägel einmassieren, ein paar Sekunden einwirken lassen und mit klarem, lauwarmem Wasser abwaschen. Die Zahnpasta trocknet stark aus, darum sollten danach Nagelhaut und Nägel mit einem pflanzlichen Öl behandelt werden.

Base Coat verwenden

Um den Gelbstich künftig zu vermeiden, sollte man einen farblosen Unterlack (Base Coat) benutzen. Nach dem Treatment der Wahl ist es sinnvoll, dass man mit der Maniküre pausiert und den Nägeln zu Hause täglich eine Extraportion Pflege zukommen lässt. Denn wer seine Nägel oft lackiert oder etwa eine Gelmodellage hatte, erhöht das Risiko für brüchige und spröde Nägel. In puncto Nagellackentferner ist es ratsam, ein Produkt ohne Aceton zu wählen. Es trocknet die Nägel stark aus, was sie schneller absplittern und einreißen lässt. Außerdem kann Aceton die Atemwege reizen und zu Allergien führen.

Krankheiten und Medikamente

Verfärbungen des Nagels können auch durch Krankheiten oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten entstehen. Häufige Ursachen für krankheitsbedingte Veränderung der Farbe des Nagels sind Nagelpilz oder Schuppenflechte. Diese müssen vom Arzt diagnostiziert werden. Eine Nagelpilzinfektion kann mithilfe von Seren und speziellen Lacken behandelt werden. Etwas komplizierter wird es, wenn eine Herzschwäche Ursache für den Farbwechsel des Naturnagels ist. Dabei wird der gesamte Nagel milchig-weiß. Sollten Sie das bei einem Kunden bemerken, dann legen Sie ihm unbedingt einen Besuch beim Arzt zur Abklärung nahe. Neben Erkrankungen gibt es auch eine Reihe von Medikamenten, die einen Einfluss auf die Tönung der Nägel haben können, etwa Chemotherapeutika, diverse Antibiotika, Ketoconazol, Phenindione, Phenothiazine und Zidovudin.

Von Lea Becker