Hairport nennt sich der Trend, wenn Männer zur Haartransplantation ins Ausland reisen

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Aktuelles // 28.05.2024

Beauty OP & Co: da stehen vor allem junge Menschen drauf!

Beauty OP? Warum nicht? Von der dauerhaften Haarentfernung bis hin zur Gesichtsstraffung – die Menschen hierzulande sind kosmetischen Eingriffen gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt. Das betrifft vor allem jüngere Personen: Laut einer aktuellen Mintel-Studie haben 31 Prozent der 18-34-Jährigen in Deutschland bereits einen chirurgischen Schönheitseingriff vorgenommen und sogar 43 Prozent einen nicht-chirurgischen Schönheitseingriff wie Permanent Make-up oder Botox.

Großes Interesse an Beauty-Eingriffen

An künftigen chirurgischen Schönheitseingriffen sind sogar 53 Prozent der Befragten 18-34-Jährigen interessiert: „In puncto Umsetzung besteht anscheinend eine gewisse Hemmschwelle, insbesondere was die chirurgischen Eingriffe betrifft – denn das Interesse der gleichen Altersgruppe ist sogar noch höher: 53 Prozent der 18-34-Jährigen sind an künftigen chirurgischen Schönheitseingriffen interessiert. Dabei liegt der landesweite Durchschnitt nur bei 34 Prozent. Außerdem haben 15 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal einen chirurgischen Eingriff an sich vornehmen lassen“, sagt Susanne Krenz, Principal Research Analyst für Beauty and Personal Care bei Mintel Germany.


Hairport – Beauty OP im Urlaub

In andere Länder reisen dagegen vor allem Männer im Alter von 25 bis 44 Jahren: 22 Prozent von ihnen, die sich bereits einer Beauty OP unterzogen haben, sind dafür ins Ausland gereist. Zusammen mit der Tatsache, dass 18 Prozent der gleichen Altersgruppe an Haartransplantationen interessiert sind oder das Verfahren schon einmal in Anspruch genommen haben, zeigt sich ein internationaler Trend, der eine ganz neue Branche hervorgebracht hat: Das kulturelle Phänomen der „Hairport“-Urlaubsreisen in Länder wie zum Beispiel in die Türkei.

Trotz Star-Hype: Veneers sind kaum gefragt

Obwohl die Social-Media-affine jüngeren Generation generell an Schönheitseingriffen interessiert ist, scheinen gewisse Trends noch nicht wirklich nach Deutschland übergeschwappt zu sein. Viele Stars und Sternchen wie Miley Cyrus, Cardi B oder Jürgen Klopp sorgen mit ihren Veneers für ordentlich Gesprächsstoff in den sozialen Medien. Jedoch ist mit 10 Prozent (16 Prozent bei 18-34-Jährigen) die Zahnaufhellung bei den Deutschen deutlich beliebter als der Einsatz von Veneers:

  • nur zwei Prozent der Befragten haben ihre Zähne schon einmal mit Veneers korrigieren lassen,
  • bei den unter 35-Jährigen sind es lediglich 3,5 Prozentpunkte mehr.

Wenig Bock auf Botox

Auch das Interesse an kosmetischen Injektionsmitteln wie Botox ist insgesamt (über alle Altersgruppen hinweg) relativ gering, trotz Popularität in den sozialen Medien: Insgesamt nur drei Prozent der Befragten gaben an, sich Behandlungen mit Botox unterzogen zu haben – und nur fünf Prozent wären daran interessiert. „Obwohl es eine gewisse Neugier auf oder ein Verlangen nach diesen Verfahren gibt, werden sie von der befragten Bevölkerung nicht in großem Umfang angenommen oder durchgeführt – im Gegensatz zu dem, was man erwarten könnte, wenn man die Social-Media-Landschaft untersucht. Trotzdem ist der langfristige Effekt von Social Media nicht zu unterschätzen. Die Konversationen z. B. über Veneers sind überwiegend positiv, was zu einer erhöhten Nachfrage führen kann“, so Krenz.

Gesellschaftliche Risiken werden erkannt

Die Ergebnisse der Studie zeigen überdies eine grundsätzliche Skepsis und ethische Bedenken auf:

  • 68 Prozent finden, dass die Normalisierung von nicht-chirurgischen Eingriffen wie Botox die falsche Botschaft an jüngere Personen sendet.
  • 76 Prozent sprechen sich nachdrücklich dafür aus, dass es im Ermessen der Fachleute liegen sollte, PatientInnen abzuweisen, die für Eingriffe ungeeignet sind.

Dies deutet auf ein gesellschaftliches Bewusstsein für die potenziellen Risiken sowie auf den Wunsch nach verantwortungsvollen und gewissenhaften Praktiken innerhalb der Branche hin. Dennoch schätzen die Menschen hierzulande Individualismus und Selbstbestimmung, führt Krenz weiter aus: „Gleichzeitig sehen sich die Privatpersonen abseits der sozialen Medien weniger in der Verantwortung. Nur 23 Prozent finden, dass Personen mit ihren Schönheitseingriffen andere unter Druck setzen. Ein möglicher Grund dafür könnte der Respekt vor den Entscheidungen anderer in Bezug auf ihr Aussehen sein, ohne dass sie Druck oder Einfluss von außen vermuten.“