Begriffsdschungel: Sprechen Sie Social Media?

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Begriffsdschungel: Sprechen Sie Social Media?

Die Pandemie und der Lockdown haben es gezeigt: Jetzt sind Social Media-Accounts wichtiger denn je. Doch wie findet man sich als Laie im Instagram-Dschungel zurecht? Online-Expertin Mareike Schamberger erklärt die wichtigsten Begriffe.

Social Media wächst und wächst. Nicht nur innerhalb der Plattformen, es kommen gefühlt auch täglich neue dazu. Es ist ein Phänomen. Social Media wirkt auf die Menschen extrem faszinierend, weil es persönlich ist: Hier trifft man andere Menschen, die aus ihrem Leben erzählen. Es gibt keine unpersönlichen Pressemitteilungen. Hier teilen andere Menschen ihre Sorgen, Gedanken und Träume.

Um neue Geschäftskontakte zu finden ist Social Media schneller und weitreichender als jedes andere Medium. Und das Beste ist: Es ist für niemanden zu spät einzusteigen, im Gegenteil, Social Media bietet wirklich allen, die mitmachen, permanent Möglichkeiten zur Interaktion mit potentiellen Kunden.

Das Einzige, was Sie definitiv investieren müssen ist Zeit. Und zwar regelmäßig. Mindestens alle zwei Tage über einen längeren Zeitraum. Ob Facebook, Instagram, YouTube oder Clubhouse: Überall schreiben, posten, liken potenzielle Kunden.

Profitipp: Verzetteln Sie sich nicht. Starten Sie mit einem Sozialen Netzwerk. Zeigen Sie dort Präsenz und interagieren Sie mit potentiellen Kunden. In diesem Artikel will ich Ihnen einen Überblick über die einzelnen Kanäle vermitteln.

Instagram: Dynamisch und mit jüngerer Zielgruppe

Ein Soziales Netzwerk, dass seit 2012 zur Facebook Inc. gehört. Die Plattform bietet ihren Nutzern die Möglichkeit, Bilder und Videos zu bearbeiten und zu veröffentlichen. Außerdem kann man mit den Beiträgen anderer Insta (das ist die Abkürzung) Nutzer interagieren.

Die wichtigsten Instagram Begriffe und Funktionen

Home-Screen

  • Der Home- oder Start-Bildschirm auf Instagram. Hier werden neue Fotos von abonnierten Kanälen angezeigt.
  • Die Sortierung erfolgt nach Relevanz und nicht nach den neuesten Inhalten. Interessante Inhalte werden also weiter oben angezeigt. 

Profil

  • „Über mich“ Seite auf Instagram. Wird auch „Bio“ genannt.
  • Zeigt auch die komplette Liste der Fotos oder Videos, die im „Instagram Feed“ veröffentlicht wurden.
  • Es gibt die Möglichkeit genau einen externen Link zu hinterlegen.
  • Wer ein Unternehmen betreibt, braucht auch ein Unternehmensprofil.

Inhalte

  • Post: Quadratisches Foto oder Video (bis zu 60 Sekunden), das dauerhaft im Feed sichtbar bleibt.
  • Story: 15 Sekunden kurze Multi-Clip-Videos, sogenannte „Snippets“. Die Inhalte werden hochkant angezeigt und verschwinden (falls man nicht speichert) nach 24 Stunden. Die Videos kann man mit Stickern, Emojis und GIFs anreichern. Wird häufig dazu genutzt, um aktuelle Inhalte zu teilen oder einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren.
  • IGTV: Möglichkeit, auch längere Videos hochzuladen und über den Feed auszuspielen. Ebenfalls im Hochkant-Format.
  • Reel: Kurze und unterhaltsame Videos. Viel witziger und verspielter als die Story und immer mit Musik hinterlegt. Das neueste Feature kopiert eine sehr populäre andere App: TikTok. 
  • Live: Ein Video, das der eigenen Community ausgespielt wird. Kann 24 Stunden gespeichert werden.

Hashtag

  • Oder auch „tag“ bedeutet im Deutschen so viel wie „Markierung“
  • Hashtags werden in der Bildunterschrift verwendet und bestehen aus einem Wort mit einem vorangestellten Rautenzeichen (z.B. #kosmetik)
  • In der Suchleiste kann direkt nach bestimmten Hashtags gesucht werden, um Beiträge nach Themen zu filtern
  • „Location Tags“ können genutzt werden, um einen lokalen Ort zu markieren. Das ist vor allem für lokal agierende Salons und Betriebe von sehr großem Nutzen. So kann man sich lokal sehr schnell ein großes Netzwerk aufbauen und das eigene Unternehmen im allgemeinen Medienrauschen sichtbar machen.

Instagram im Unternehmen nutzen

Instagram ist perfekt dafür geeignet, eine persönliche und emotionale Beziehung zu Ihren Kunden auf- und auszubauen. Ein Foto aus dem eigenen Salonalltag sagt womöglich mehr über Sie und Ihr Team aus, als ein langer Text auf der Webseite.

Über die App bleiben Sie mit Ihren Kunden in Kontakt und finden einen Weg in den Alltag zwischen den einzelnen Anwendungsterminen im Salon.

So können Reels hervorragend genutzt werden, um schnell und mit einem Augenzwinkern Tipps zur Pflegeroutine oder besondere Maniküre-Tricks mit den Kunden zu teilen.

Facebook: hier tummeln sich die Unternehmen und die Älteren

Das soziale Netzwerk Facebook wurde am 4. Februar 2004 gegründet. Inzwischen zählt Facebook mehr als eine Milliarde angemeldeter Nutzer weltweit. Die Zielgruppe auf Facebook ist deutlich älter als auf Instagram.

Die wichtigsten Facebook Begriffe und Funktionen

Profil

  • Facebook ermöglicht die Veröffentlichung privater Mitgliederprofile und geschäftlicher PR-Seiten.
  • Schließen Mitglieder untereinander Freundschaften, werden deren Profile vernetzt, über die Benutzereinstellungen kann festgelegt werden, welche gespeicherten Informationen öffentlich einsehbar und welche für befreundete Nutzer reserviert sind.      
  • Als Unternehmen brauchen Sie eine Unternehmensseite.

Inhalte

  • Für jeden Nutzer können Videos, Bilder oder Kommentare veröffentlicht werden, diese erscheinen dann auf der sogenannten „Chronik“. So entsteht ein virtueller Lebenslauf. 
  • Es besteht die Möglichkeit, Fotos oder Videos zu teilen, genau so wie externe Inhalte (zum Beispiel Blogartikel). 
  • Videos können aufgezeichnet oder Live mit der eigenen Community
  • Live: Ein Video, das der eigenen Community ausgespielt wird. Kann auch gespeichert werden.

Gruppen

  • Es besteht die Möglichkeit Gruppen zu erstellen. Eine geschlossenen Gruppe bietet die Möglichkeit, der eigenen Community einen geschützten Raum zur Kommunikation anzubieten.

Facebook im Unternehmen nutzen

Facebook spricht eher die ältere Generation an. Wer kein Werbebudget mitbringt, wird es schwer haben, hier potentielle Kunden zu erreichen. Auch lokal ist es inzwischen sehr schwer, in dem überfüllten Netzwerk gesehen zu werden.

Die Möglichkeit bei jedem geteilten Beitrag auf externe Inhalte zu verweisen unterscheidet Facebook deutlich von Instagram.

Auch die Gruppen sind ein Feature, dass es nur hier gibt. So kann man hervorragend eine Community aufbauen und in einem geschützten Rahmen mit der eigenen Community interagieren.

ClubHouse: Brandheiß und noch lange nicht ausgereift

Clubhouse ist eine audio-basierte App, die 2020 veröffentlicht wurde. Sie kann momentan nur auf Apple-Geräten installiert werden. Clubhouse ist eine Art „Mittmach-Radio“. Es gibt Räume, in denen Nutzer miteinander sprechen oder anderen dabei zuhören können. Diese Räume sind entweder privat oder öffentlich. Alle Inhalte sind live. Es gibt keine Möglichkeit, die Inhalte später nachzuhören.

Die App steht wegen mangelnden Datenschutzes, fehlender Moderation und rechtlicher Mängel in der Kritik.

Die App ist nur für eingeladene Mitglieder. Einer der größten Kritikpunkte, denn um weitere Nutzer einzuladen, muss man das eigene Adressbuch frei geben. Wie Clubhouse diese Daten nutzt, kann zum jetzigen Zeitpunkt keiner sagen. Nutzt man Clubhouse gar mit dem Geschäftshandy, dann würde man einen groben Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung begehen und Kundendaten freigeben. Dafür könnte man sogar abgemahnt werden.

Aus diesem Grund ist unsere Empfehlung: Finger weg!


Zur Autorin:

Mareike Schamberger entwickelt digitale Strategien für besseren Verkauf. Die Webdesignerin und Buchautorin bietet über ihr Online-Portal #Team­Streber Coachings, Workshops und Kurse an. Ihr Ziel ist es, vor allem kleine Unternehmen im Internet und in den Social Media sichtbar zu machen.

mareike@teamstreber.de
www.teamstreber.de

 

 

 

Fotos: stock.adobe.com/FOTOSPLASH