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Trends // 16.09.2023

Samphira-Öl in der Hautpflege

Von der Atlantikküste hat uns ein neuer Trend-Wirkstoff erreicht: Samphira-Öl, ein Extrakt aus Meeresfenchel, der insbesondere im Anti-Aging-Bereich bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert hat. Die Effekte ähneln denen von Retinol.

Pflanzliche Retinol-Alternative

Bei Samphira-Öl handelt es sich um einen lipophilen Extrakt aus dem Meeresfenchel mit faszinierenden kosmetischen Eigenschaften. Der ölige Wirkstoff erhöht das epidermale Volumen, stimuliert die Kollagensynthese und regt die Hauterneuerung an. Als pflanzliche Retinol-Alternative und Anti-Aging-Wirkstoff soll er Falten reduzieren und das Hautrelief verfeinern. Für irritierte Haut und Akne eignet sich der Wirkstoff ebenfalls – Reizungen oder Unverträglichkeiten sind bei sachgemäßer Anwendung nicht bekannt. Zudem hat Samphira-Öl einen positiven Einfluss auf Hautrötungen und die Melaninsynthese. Samphira-Öl gehört wie das ebenfalls pflanzliche Bakuchiol zu den retinolähnlichen Wirkstoffen und eignet sich optimal für einen Einsatz in der Naturkosmetik. Geläufige Inci-Bezeichnungen sind Capryl/Caprin-Triglycerid und Crithmum maritimum Extract. Verarbeitet wird das Öl in Seren, Ampullen, Emulsionen und Hautölen. Die empfohlene Wirkstoffkonzentration liegt bei rund 0,25 Prozent und ist abhängig von der Art der Formulierung sowie weiteren Ingredienzen. Diese können sich unter Umständen in ihrer Wirkung verstärken.

Einflüsse auf Alterungsprozess und Melaninsynthese

Der Extrakt wird aus Meeresfenchel gewonnen, auch bekannt unter dem Namen Queller. Die algenähnliche Pflanze wächst auf salzhaltigem Untergrund in unmittelbarer Meeresnähe. Die Pflanze ist reich an Jod, Vitamin C, Mineralien, ungesättigten Fettsäuren und ätherischen Ölen. Kurz: an Ingredienzen mit hohem Hautpflegepotenzial. Der für das Samphira-Öl genutzte Queller wird von Hand geerntet – direkt an der Atlantikküste im Norden der Bretagne. In-vitro- und In-vivo-Studien belegen Einflüsse des Extrakts auf den Alterungsprozess, die Hydratation, die Melaninsynthese und auf Entzündungsprozesse. Der Wirkstoff wurde an biotechnologischen Hautmodellen getestet und an echten Probanden. Die Resultate nach mehrwöchiger Verwendung: eine festere Epidermis als Folge der gesteigerten Kollagenproduktion und ein sichtbar verfeinertes Hautrelief. Vor allem im Bereich der Augen (Krähenfüße) konnte die Faltentiefe sichtbar reduziert werden. Anders als bei vielen Retinol-Präparaten verlor die Haut keine Feuchtigkeit, sie wurde weder lichtempfindlich noch irritiert. Ein Pluspunkt bei sensibler und trockener Haut.

Kollagenproduktion wird aktiviert

Weitere Studien zeigten außerdem: Samphira-Öl kann bei regelmäßiger, 14-tägiger Anwendung den transepidermalen Wasserverlust der Epidermis messbar reduzieren. Erste Erfolge ließen sich bereits nach 96 Stunden nachweisen.  Der Wasserverlust blieb auch nach dem Absetzen der Hautpflege über einen längeren Zeitraum konstant. Demnach wird nicht nur die Kollagenproduktion aktiviert, sondern auch der Abbau von Kollagen verlangsamt. Ein Effekt, den wir auch von Retinol kennen. Retinol wird gegen vorzeitige Hautalterung, zur Faltenreduzierung und bei bestimmten Akneformen eingesetzt. In hohen Konzentrationen dient er der Akne- oder Narbenbehandlung, ist aber vor allem als Anti-Falten-Wirkstoff populär. Retinol wirkt zellschützend und stimuliert wie Samphira die Kollagenproduktion. Bei zu Akne neigender Haut verfeinert es die Poren und reguliert den Talgfluss. Ein weiterer Anwendungsbereich sind Hyperpigmentierungen. All diese Eigenschaften treffen, teilweise in abgeschwächter Form, auch auf das Samphira-Öl zu.

Von Elke Klein