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Pflege // 23.02.2024

Vitamine – volle Pflegepower für die Haut

Was fällt Ihnen als Hautexpertin zu A, B, C und E ein? Richtig, es geht um Vitamine! Wie diese kraftvollen Winzlinge wirken und wie sie als Power-Helfer der jede Menge Gutes tun, verrät Dr. Andrea Weber, Leiterin Forschung & Entwicklung bei Babor.

Was leisten Vitamine für die Haut?

Vitamine sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, weil sie wichtige Rollen in unserem Stoffwechsel übernehmen, der Körper sie aber nicht oder nur unzureichend  selbst herstellen kann. Vitamine können auch bei der Hautpflege eine große Rolle spielen. Dabei geht der Einsatz der verschiedenen Vitamine, die heute in Ampullen, Cremes, Seren, Masken und Co. für die unterschiedlichsten Hautpflegeziele enthalten sind, weit in die Kosmetikgeschichte zurück.

Ob Anti-Aging, Hautregeneration, Stärkung der Hautbarriere, Hautverfeinerung oder Ausgleich des Hauttons: Vitamine haben auch auf der Haut angewendet viel mehr auf dem Kasten, als man denkt!  Allerdings gibt es der Nutzung von Pflegeprodukten mit Vitaminen einige Dos und Don’ts, die unbedingt berücksichtigt werden sollten. Denn nicht für jede Haut sind alle Vitamine gleich gut geeignet – und nicht alle Vitamine sollten über einen längeren Zeitraum oder gleichzeitig mit jedem beliebigen anderen Wirkstoff verwendet werden.

A wie Anti-Aging

Vitamin A (INCI: Retinol) Der menschliche Körper produziert selbst kein Vitamin A, er kann es nur über die Nahrung aufnehmen. Enthalten ist es beispielsweise in einigen Obst- und Gemüsesorten sowie in Fisch, Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Vitamin A und seine stabileren Derivate werden aufgrund ihrer hauterneuernden Eigenschaften gerne in kosmetischen Produkten verwendet.
Vitamin A, bekannt unter dem Namen Retinol, ist die im Körper wirksame Form. In Pflegeprodukten angewendet kann Vitamin A die Kollagenproduktion der Haut aktiv ankurbeln, was ersten Fältchen und Linien entgegenwirkt und der Entstehung neuer vorbeugen kann. Auch bei Unreinheiten kann Retinol hilfreich sein. Es fördert die Hautabschilferung, unterstützt dadurch die Regeneration der Haut, was wiederum ein gleichmäßigeres Hautbild fördert. Eine zu hohe Menge von Vitamin A (Retinol) und seinen Derivaten kann allerdings zu unerwünschten Reaktionen der Haut führen. Aus diesem Grund ist die Einsatzmenge in kosmetischen Produkten in Deutschland auf 0,3 % begrenzt.

B wie Beauty-Allrounder

Vitamin B – Hinter der Bezeichnung Vitamin B verbirgt sich eine große Gruppe verschiedenster, chemisch sehr unterschiedlicher Moleküle. Allen gemeinsam ist, dass sie wasserlöslich sind und alle ausnahmslos wichtige Rollen in unterschiedlichen Stoffwechselprozessen erfüllen. Man findet die B-Vitamine sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln, in Obst, Gemüse, Getreide, Nüssen, Fleisch, Fisch oder auch in Milchprodukten. Beispiele für Vitamine der B-Gruppe, die auch in Kosmetikprodukten gerne und häufig verwendet werden, sind Vitamin B3-Derivate wie Niacin (Nicotinsäure und Nicotinsäureamid), Pro-Vitamin B5 (Panthenol) oder Vitamin B7 (Biotin).

  • Niacinamid unterstützt die hauteigene Kollagensynthese, stärkt die Hautschutzbarriere, verbessert die Regeneration der Haut und wirkt so kleinen Linien und Fältchen entgegen. Außerdem kann es bei vermehrter Produktion von Talg, fettiger und unreiner Haut sowie bei Hyperpigmentierung und Rötungen einen positiven, ausgleichenden Einfluss auf das Hautbild haben.
  • Panthenol, also Pro-Vitamin B5, hat eine feuchtigkeitsspendende und beruhigende Wirkung auf die Haut. Daher findet man es häufig in Pflegeprodukten für die eher trockene und empfindliche Haut  sowie in Haarpflegeprodukten.
  • Vitamin B7, besser bekannt als Biotin, gilt als das Beauty-Vitamin schlechthin, denn es hilft Haut,  Haare und Nägel gesund zu erhalten. Außerdem schützt es vor negativen Umwelteinflüssen – ist als  ein natürlicher Allrounder für Schönheit.

C wie Cell Power

Vitamin C (Ascorbinsäure, INCI: Ascorbic Acid) kommt in unserer Nahrung vor allem in Obst und Gemüse vor. Besonders Zitrusfrüchte, aber auch einheimische Johannisbeeren und rote Paprika sind für ihren hohen Vitamin C-Gehalt bekannt. In den Pflanzen schützt Vitamin C als Radikalfänger vor Schädigung durch Oxidation. Aufgetragen auf die Haut hat Vitamin C mehrere positive Wirkungen:

  • Es unterstützt die Kollagensynthese,
  • beeinflusst ungleichmäßige Pigmentierung positiv und
  • schützt die Haut vor oxidativem Stress

Daher wird Vitamin C häufig in Anti-Aging-Produkten eingesetzt, um der Hautalterung vorzubeugen, den Farbton der Haut zu harmonisieren und sie zum Strahlen zu bringen.
Als Antioxidans ist reines Vitamin C jedoch sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff, was es zu einem hoch empfindlichen Bestandteil in Cremes und Co. macht. Deshalb sind die stabileren Vitamin C-Derivate die beste Möglichkeit, um Vitamin C in Seren, Cremes und anderen Kosmetika zu verwenden. Erst, wenn sie auf die Haut aufgetragen wurden, wandeln dort vorhandene Enzyme die Vitamin C-Derivate in Vitamin C um, welches dann seine Wirkung entfalten kann.

E wie Extraportion Pflege

Vitamin E (INCI: Tocopherol) ist ein Sammelbegriff für verschiedene fettlösliche Substanzen mit antioxidativer Wirkung. Natürlicherweise ist Vitamin E ein wichtiger Bestandteil aller Membranen tierischer Zellen, kann jedoch nicht vom Körper selbst gebildet werden. In unserer Nahrung findet man Vitamin E z. B. in pflanzlichen Ölen, Samen, Nüssen aber auch in Eiern.
In der Kosmetik wird das Vitamin in Form von Tocopherol und seinen Derivaten insbesondere wegen seiner antioxidativen Eigenschaften eingesetzt, sehr häufig in Kombination mit Vitamin C. Wie Vitamin C schützt auch Vitamin E vor lichtbedingter, vorzeitiger Hautalterung, wie sie z. B. durch freie Radikale hervorgerufen wird. Dadurch kann es helfen, Hautglätte und -elastizität länger zu bewahren.


Fazit: Vitamine und ihre Derivate sind in der Kosmetik wahre Beauty-Helfer. Sie geben unserer Haut neue Power, verleihen ihr Strahlkraft und Glow und können sie aktiv bei bestimmten Bedürfnissen unterstützen. Wichtig ist auch hier, dass die vitaminhaltigen Ampullen, Cremes, Seren, Masken und Co. zum jeweiligen Hautzustand und -bedürfnis der Kundin passen und darauf abgestimmt werden.

Dr. Andrea Weber

Die diplomierte Biologin leitet den Bereich Science Consultation & Innovation bei Babor. Seit Juni 2021 ist sie zudem Präsidentin der DGK, Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche und angewandte Kosmetik e. V.